Patienten-FAQ

Ist die PAMP-Therapie auf bestimmte Krebstypen beschränkt ?

Es handelt sich bei der PAMP-Therapie um eine allgemeine Immunstimulation, die eine vorhandene Immunantwort - die ja bei den meisten Krebspatienten vorhanden ist - verstärken soll. 

Es gibt etliche positive Hinweise aus Experimenten mit Krebsmäusen, die darauf hinweisen, dass die PAMP-Therapie funktionieren könnte. Doch oft lassen sich Mausergebnisse nicht auf den Menschen übertragen. Gibt es Erfahrungen am Menschen ? 

Es gibt zunächst die z.T. erstaunlichen Heilerfolge der "alten" Experimente von Coley und Zeitgenossen in den Jahren 1895-1936 (siehe "Heilende Hitze", amazon 2017). Dort wurden zwar Bakterienextrakte verwendet, während wir zugelassene Medikamente benutzen. Wir vermuten aber, dass in beiden Fällen PAMP-Substanzen den Heilerfolg bewirken.

Weiter gibt es anekdotische Berichte aus den Krebsbehandlungen mit Vaccineurin (ein Wirkstoff ähnlich Coleys, heute nicht mehr zugelassen wegen möglicher BSE-Verunreinigungen) aus den 1970er-1980er Jahren. Diese wurden zwar nie publiziert - sie liefen in Privatkliniken auf einer sub-akademischen Ebene - aber es wurden mündlich z.T. sogar Heilungen von aggressiven Krebsformen wie Bauchspeicheldrüsenkrebs berichtet.

Weiterhin gibt es die Heilerfolge mit hochdosiertem, multimodal verabreichtem Mistelextrakt und die anderen Fallstudien in "Heilende Hitze" (insgesamt 19) mit PAMP-Behandlungen (PAMP siehe Glossar sowie FAQ-Allgemein). Diese Fälle folgten nicht unserem PAMP-Protokoll - das wurde später entwickelt -, hatten aber vermutlich denselben Wirkmechanismus. Wir vermuten, dass unsere PAMP-Therapie aufgrund der Kombination mehrerer PAMP noch erfolgreicher sein kann. 

Eine billige, nebenwirkungsarme Behandlung selbst von Krebsformen mit sehr schlechter Prognose - das hört sich zu gut an, um wahr zu sein. Warum hat sich die PAMP-Therapie noch nicht etabliert ?

Das PAMP-Therapieprotokoll ist neu. Wir haben das Konzept formal 2016 publiziert. Inzwischen haben sich mehrere deutsche Kliniken bereit erklärt, die PAMP-Therapie an gut informierten und determinierten Patienten durchzuführen, die das wünschen.

Es gibt allerdings auch Hindernisse bei der Etablierung der PAMP-Immuntherapie.

Man hat in den 1960er-Jahren versucht, die alten, z.T. spektakulären Heilerfolge von Coley und Co. zu wiederholen. Es gab einzelne Remissionen, auch Heilungen, aber die breiten Erfolge, die von Coley berichtet worden waren, blieben aus. In der onkologischen Gemeinschaft setzte sich der Eindruck fest, "es funktioniert nicht". Allerdings wurden damals mehrere wichtige Aspekte von Coleys Behandlungen nicht berücksichtigt, die wir mit unserem PAMP-Therapieprotokoll wieder "ins Boot holen“.

Zum zweiten gibt es in der onkologischen Gemeinschaft eine auch heute noch verbreitete Grundannahme, die da lautet "der menschliche Körper kann Krebs nicht besiegen". Das ist falsch.

Drittens gibt es bei Ärzten eine große Scheu vor Fieber und somit eine Scheu, die PAMP-Therapie anzufassen. Die gilt es, zu überwinden. 

Viertens muss man ehrlich sagen, dass die geltenden Leitlinien oft im Wege stehen. Leitlinien enthalten zumeist die Chemotherapie als Standardbehandlung so bald wie möglich nach der Diagnose. Für die PAMP-Therapie benötigen wir aber mindestens fünf Wochen, bevor immunschädigende Maßnahmen wie Chemo- oder Bestrahlungstherapie eingesetzt werden. PAMP-Therapie ist eine Immunstimulation, sie benötigt ein unbeschädigtes Immunsystem. Leitlinien sind zwar - anders als Richtlinien - nur Behandlungsvorschläge, keine Behandlungsverpflichtungen. Dennoch weichen Ärzte an staatlichen Institutionen aus vielerlei Gründen ungern von den Leitlinien ab. Privatkliniken haben in Bezug auf Leitlinien mehr Freiheiten.

Fünftens gibt es die offene Frage der Kassenfinanzierung. Zumindest einige Privatkrankenkassen (z.B. DKV)  zahlen eine PAMP-Fiebertherapie. Für die gesetzlichen Krankenkassen gibt es derzeit noch keine Kassenziffern (GoÄ), man muss also vor der Behandlung die Krankenkassen fragen.

Schliesslich stellt sich die Frage: wer behandelt mich, wem vertraue ich mich an ? Der Hausarzt möchte den Patienten vielleicht in eine große Uniklinik schicken, doch in den meisten staatlichen Kliniken ist die PAMP-Immuntherapie nicht hinreichend bekannt. Im Patientenbrief sind einige Anlaufstellen genannt. 

Wir sind aus den uns vorliegenden immunologischen Daten und den genannten ersten Fallstudien hoffnungsvoll, dass PAMP-Therapie vielen Patienten helfen kann. In jedem Fall sollte man sie den Patienten, die nach einer alternativen Behandlung suchen, anbieten. Aus den geschilderten Gründen benötigt es jedoch derzeit noch einen entschlossenen, durchsetzungsfähigen Patienten.

Wie teuer ist die PAMP-Therapie ? 

Wir haben überschlägig ausgerechnet, dass die reinen Medikamentenkosten - je nachdem welche Medikamente kombiniert werden - für fünf Wochen PAMP-Therapie zwischen 400 und 700 Euro liegen (Apothekenpreis). Bei stationärer oder teilstationärer Behandlung kommen die Bettenkosten, die Kreislaufüberwachung usw. hinzu.

Kann das auch der Hausarzt machen ? 

Im Prinzip ja. Es sollte allerdings ein Zimmer vorhanden sein, in dem der Kreislauf für mehrere Stunden überwacht werden kann. Für die ersten Fieberinduktionen ist ein stationärer Aufenthalt zu empfehlen.

Wie sieht die Behandlung genau aus ? 

Man kommt morgens möglichst nüchtern zur Behandlung und bekommt dann eine Infusion von zwei bis drei PAMP-Medikamenten über 1-2 Stunden. Die erste Woche dient der Dosisfindung, weitere vier Wochen der Behandlung. In der ersten Woche wird mit einer sehr geringen Dosis angefangen und dann Tag für Tag gesteigert, bis sich Fieber einstellt. Diese Dosis ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Hat man die Dosis gefunden, wird die Infusion zwei- bis dreimal pro Woche über vier Wochen fortgeführt. (siehe Patientenbrief ).

Das Fieber erreicht in der Regel 1-2 Stunden nach der Infusion seinen Höhepunkt und klingt bis zum Abend ab. Oft haben die Patienten dann einen gesunden Appetit, der gern gestillt werden soll. Manchmal kommt es ein paar Tage nach dem Fieber zu einem Energieschub.

Welche schweren Nebenwirkungen kann es geben ? 

In einer Sicherheitsstudie konnten wir über 500 Fieberstöße an über 130 Patienten keine einzige schwere Nebenwirkung wie Tumorlysesyndrom, Epilepsie oder Kreislaufkollaps feststellen. Bei der Behandlung mit einer Kombination von PAMP-Medikamenten kam es bei etwa einem Viertel der Patienten zu Übelkeit oder Erbrechen, ebenfalls bei einem Viertel zu Kopfschmerzen, bei 12% zu Rückenschmerzen und bei weniger as 1% zu Kreislaufschwankungen oder Schwäche am nächsten Tag. Umgekehrt berichten viele Patienten, dass sie einen oder zwei Tage nach dem Fieberstoß eine ungewöhnliche physische und mentale Stärke verspüren.

Ist es notwendig, vier Wochen lang dreimal pro Woche Fieber zu bekommen ? 

Coley hat behauptet, je häufiger Fieber, desto besser. Das waren Patienten, die nicht durch Chemotherapie oder Bestrahlung vorbehandelt waren. Immunologisch ist das plausibel, denn wir versuchen hier, einen Infekt zu imitieren. Bei schwachen Patienten ist vermutlich eine leichte Dosisreduktion, bei der es nur zu einer geringen Temperaturerhöhung kommt, oder eine Reduzierung der Häufigkeit, besser als die Therapie auszusetzen. Wir konnten auch mit niedrigfrequenter Behandlung positive Ergebnisse erzielen (Reuter, Oettmeier, Hobohm 2018).

Gibt es ein Behandlungsprotokoll ?

Ärzte können bei uns ein Behandlungsprotokoll anfordern.

Würden Sie PAMP-Therapie an sich selbst durchführen lassen ?

Selbstverständlich.


 (C) Uwe Hobohm